Oper ohne Ehrfurcht

Oper = Meisterwerk? Nein! Manche Opern stehen seit ewigen Zeiten auf dem Spielplan, obwohl längst eher der Kanon als das Werk selbst ihre Existenz rechtfertigt. Andere wirken vollkommen absurd und entfalten im Theater trotzdem Saison für Saison eine überwältigende Kraft.
Über genau solche Widersprüche streiten Larissa Schütz und Daniel Url seit Jahren. Mit „Oper ohne Ehrfurcht“ machen die Kulturjournalistin und Musikkritikerin und der Operndramaturg und Stimmexperte diese Gespräche jetzt öffentlich.
Es geht um musikalische Größe, dramaturgische Schwächen, überbewertete Stimmen, kluge Inszenierungen und die Mechanismen eines Betriebs, den beide gerade deshalb lieben, weil er so widersprüchlich, irrational und manchmal vollkommen verrückt ist.
Ein Podcast für Menschen, die Oper nicht erklärt bekommen wollen, sondern eingeordnet, und für alle, die nach der Vorstellung noch weiterdiskutieren möchten.

Oper ohne Ehrfurcht

Neueste Episoden

Lohengrin - keine Fragen!

Lohengrin - keine Fragen!

‧ 34m 27s

Nie sollst du mich befragen! Wir tun es trotzdem. In dieser Folge fragen wir: Wie viel Erlösermärchen verträgt Lohengrin heute noch? Warum stellt ausgerechnet Ortrud die vernünftigsten Fragen? Und ist Elsa wirklich so naiv, wie sie oft gespielt wird?

Wir sprechen über den strahlenden Lohengrin von Klaus Florian Vogt, die unterschätzten Anforderungen an Elsa und die Frage, wie viel Wumms Wagner eigentlich braucht. Dazu kommen Ortrud als heimliche Schlüsselfigur und Christian Thielemann gegen den Wagner-Brei. Außerdem: Regieideen, die den Heilsbringer endlich vom Sockel holen. Und natürlich: Muss Lohengrin wirklich immer mit einem Schwan kommen – oder täte es irgendwann auch...

Carmen - nur ein Vamp?

Carmen - nur ein Vamp?

‧ 34m 29s

Fächer, Hüftschwung, tiefer Ausschnitt: Kaum eine Opernfigur wird so zuverlässig zur Sexbomb gemacht wie Carmen. Dabei ist ihre eigentliche Obsession eine ganz andere: Freiheit.
Wir sprechen darüber, warum weniger Sexiness Carmen interessanter macht, Don José kein armes Verführungsopfer ist und Micaëla endlich mehr verdient als die brave Kirchenmaus.

Außerdem: Bizets erstaunliche Hitdichte, eine Salzburger Carmen, bei der wir uns endlich mal richtig uneinig sind – und die Frage, ob Sinnlichkeit eigentlich dasselbe ist wie sexy.

Ariadne auf Naxos - U oder E?

Ariadne auf Naxos - U oder E?

‧ 32m 12s

Ernste Kunst oder Unterhaltung? Strauss und Hofmannsthal werfen in Ariadne auf Naxos einfach beides zusammen.
Wir sprechen darüber, warum das erstaunlich gut funktioniert, was eine gute Ariadne braucht – und über die Salzburger Neuinszenierung, die das Ganze ausgerechnet auf den Mars schickt.

Rienzi - DIE Jugendsünde

Rienzi - DIE Jugendsünde

‧ 29m 40s

„Rienzi“ ist fünf Stunden lang, braucht einen gigantischen Apparat und verschwand nach einer höchst problematischen Rezeptionsgeschichte fast von den Spielplänen. Jetzt bringt Bayreuth ausgerechnet das Werk zurück, das Wagner selbst dort nie vorgesehen hatte.

Wir fragen: Ist „Rienzi“ zu Recht vergessen oder völlig unterschätzt? Warum klingt hier schon erstaunlich viel nach dem späteren Wagner? Was macht ausgerechnet Adriano zur spannendsten Figur? Und wie aktuell ist eine Oper über politischen Aufstieg, Manipulation und den ziemlich spektakulären Absturz eines großen Hoffnungsträgers? Dazu: höllisch schwere Partien, jede Menge Ohrwürmer und ein Finale zwischen „Ben Hur“ und „Götterdämmerung“.