Der Rosenkavalier - alles nur Kitsch?
Shownotes
Die alte Schachtel verliert ihren jungen Liebhaber, ein gefährlicher Verführer kommt durch, weil alle ihn für einen liebenswerten Trottel halten, und mit genügend Zuckerguss wird Wien zu einem plüschigen Sehnsuchtsort, den es so nie gegeben hat - Willkommen im Rosenkavalier!
So muss man dieses Stück allerdings nicht erzählen. Wir diskutieren, warum die Marschallin viel moderner ist als ihr Ruf, weshalb der Ochs deutlich gefährlicher wird, sobald man aufhört, über ihn zu lachen, und warum manche Rosenkavalier-Inszenierungen gerade dann funktionieren, wenn sie dem Werk den Puderzucker einfach mal streichen.
Außerdem stellen wir eine ketzerische Frage: Ist der Rosenkavalier wirklich unantastbar oder haben wir uns einfach daran gewöhnt, ihn nicht mehr zu hinterfragen?
Das Urteil hört ihr in der Folge - danach wollen wir eures.
Diskutiert mit uns auf Instagram und LinkedIn: Larissa Schütz, Daniel Url
Transkript anzeigen
00:00:00: Herzlich willkommen zur zweiten Folge von Opa ohne Ehrfurcht.
00:00:04: Als erstes Mal, wir sind wirklich begeistert!
00:00:07: Vielen Dank für das viele positive Feedback nicht nur auf unsere Fotosammlung.
00:00:13: Wir waren wirklich sehr erstaunt, dass wir doch so viel Reaktion gekriegt haben und jetzt freuen wir uns wenn ihr da in Zukunft auch kräftig mitdiskutiert.
00:00:21: heute geht's mit einer Folge weiter deren inoffizielles Motto eigentlich lautet Kill your darlings.
00:00:29: Wir werden heute nämlich über Strauß-Rosenkavalier reden und wie schon das letzte Mal, hat auch diese Oper irgendwie einen total schönen Dreh.
00:00:38: Ist irgendwie so ein Full Circle Moment heute weil der Rosenkavaliertanil das war einer unserer ersten Opern die wir zusammen angeschaut haben.
00:00:47: Wir haben damals Musikwissenschaft zusammen in Salzburg studiert.
00:00:49: Und dann hast du irgendwie Karten für die Wiener Staatsoper
00:00:53: bekommen?
00:00:54: Ja, wir waren ein Krüppchen von der Musikwissenschaft und sind gemeinsam nach Wien gefahren um den legendären Otto Schenke-Rosenkavalier zu sehen.
00:01:02: Genau!
00:01:02: Mit
00:01:03: René Flemming.
00:01:04: Der
00:01:04: kaut uns damals auch so wichtig.
00:01:06: Das Lustige ist – das ist mir dann auch noch eingefallen – dass wir damals ja netterweise von einer Kommilitonin das Auto nehmen können ... Und dann musste dieses Auto aber abends noch zurück, weil die am nächsten Tag wohin gefahren sind.
00:01:19: Wir beide haben uns mit dem Fahren abgewechselt und damit wir nicht einschlafen, haben wir also quasi diese drei Stunden ... Diese Fahrt von Wien nach Salzburg dauert?
00:01:28: Haben wir eigentlich schon das gemacht!
00:01:30: Was wir jetzt auch machen
00:01:31: werden?!
00:01:32: Wir haben diesen Abend komplett durchgedreht.
00:01:36: Gut, wir drehen jetzt keinen Abend durch oder... Wir wollen
00:01:38: noch keine drei Stunden sprechen!
00:01:39: Nein,
00:01:41: obwohl wir das könnten!
00:01:43: Da bietet der Rosenkavalier wirklich genügend Futter.
00:01:45: Nein, aber wir wollen ja jetzt keine Primärenkritik in dem Sinne machen das ist uns immer ganz wichtig zu sagen sondern wir wollen mit dem Stück selber mal ein bisschen ins Gericht gehen.
00:01:54: und wenn wir sagen es ist unser Lieblingswerk habe ich mir auch... Ich dachte mir so am Anfang, worüber streiten wir heute eigentlich?
00:02:02: Aber da gibt es dann, wenn man genauer reintaucht in den Rosenkavalier.
00:02:06: Doch finde ich die eine oder andere Sache, die man besprechen kann ist der Rosenkavaliere ein zeitloses Stück über Vergänglichkeit?
00:02:12: oder ist das ein nostalgischer Luxusartikel wie ich mal in einer meiner Kritiken geschrieben habe, der nur davon lebt dass Strauß Musik so wunderbar und feinsinnig und so detailreich ist?
00:02:24: Und auch hier kann man, weil wir letztes Mal gesagt haben, Milviaccio Arras ist ein Werk ohne Handlung.
00:02:30: So viel Handlungen wenn man es einkocht, finde ich hat der Rosenkavalier jetzt nicht unbedingt oder widerspricht zu mir.
00:02:40: Das Grundgerüst kann man wahrscheinlich relativ kurz und bündig erklären aber die Kunst im Rosenkavier liegt einfach im Detail und an Details fehlt das weiß Gott nicht.
00:02:52: also Zeitlos ist Vergänglichkeit, das fand ich sehr schön.
00:02:55: Das passt gut.
00:02:56: Es ist keine wahnsinnig komplizierte Story aber es gibt ganz viele Details und genau das macht den Reiz.
00:03:05: Ja, Zeit ist das Schlagwort beim Rosenkavalier.
00:03:08: Und Zeit im Rosenkvalier auch stärker als Liebe?
00:03:11: Das finde ich auch interessant weil in vielen anderen Werken immer so die Liebe dominiert über alles.
00:03:17: Nein können wir gerne gleich darüber diskutieren ob du's ähnlich siehst?
00:03:20: Und was ich auch so berührend immer finde, loslassen ist eigentlich der größte Liebesbeweis.
00:03:25: Stichwort Marschalen!
00:03:28: Ich möchte sagen unsere Kernthese ist ein bisschen der Rosenkavalier?
00:03:32: Ist er ein unantastbarer Repertoire-Klassiker oder ist das nicht?
00:03:37: Ist das Drama selbst stark genug ohne Musik?
00:03:40: Was sagst du, Dani?
00:03:41: Auf jeden Fall.
00:03:42: Ich glaube da Rosenkavaliere ist tatsächlich so'n Beispiel wo... ...auch... Da Text wird's wirklich ganz unab... hängig von der Musik ein absolutes Meisterwerk ist.
00:03:53: Also Hoffmanns da wirklich gut ab, also der Text auch ohne die Musik wenn du es nur liest, das ist ein absolutes Meister.
00:04:01: Es ist absolute Weltliteratur und das passiert glaube ich selten in der Oper dass du wirklich einen Textbuch hast, das an- und für sich schon wirklich überzeugt aber dann natürlich in der Verbindung mit der Musik ist es heißt wirklich eine extrem Fruchtbare Paarung.
00:04:19: Also ich mein, Hofmannsthal und Strauss haben sich selbst ja ganz unheitel als die Wiedergeburt von Dabrunthe und Mozart gesehen Und ich kann der Idee durchaus was abgewinnen.
00:04:32: also Ich finde wirklich es ist einerseits dieses Textbuch das wirklich ganz fantastisch ist von Hofmannstal und dann die Musik von Strauß.
00:04:41: Es ein absolutes Meisterwerk.
00:04:43: also da auch wenn es sicher Kritikbocken gibt aber es ist wirklich Kritik auf sehr hohem Probendiveau, würde ich sagen.
00:04:50: Der Rosenkavalier ist eine Oper die unglaublich viele Zitate hat.
00:04:54: also das merkst du auch wenn Du Texte drüber liest Wenn Du Kritiken drüber liesst.
00:04:59: es sprüht vor Zitaten.
00:05:00: Wir könnten mal so einen Carousel-Post auf Insta machen mit unseren Lieblingszitaten.
00:05:04: Da geben sie einige.
00:05:05: Wie viel kann man machen?
00:05:06: zwanzig Stück?
00:05:09: Vielleicht droppen wir noch dass einer oder andere Es ist auf jeden Fall auch von diesem congenialen Dusch raus und Hoffmanns Teil so ein So ein Abschied von einer Welt, von einem Wien.
00:05:21: Das ist bei genauerer Betrachtung aber vielleicht auch so ...
00:05:24: nie
00:05:24: gegeben hat!
00:05:26: Und da finde ich es eine Gefahr drin, das zu einem übernostalgischen Abschiedschmerzwerk in der
00:05:37: Geschichte machen.
00:05:38: selbst gar nicht gesehen.
00:05:39: Also es gibt, ich glaube im Briefwechsel gibt's tatsächlich Passagen in denen sie auch über die Marshallin zum Beispiel sagen, dass die keineswegs irgendeine alte Schachtel ist, sondern das ist eine Dame mittleren Alters...
00:05:51: Nein Daniel!
00:05:51: Das ist eine Frau Anfang Drei-Sicht, die so alt wie
00:05:54: ich.
00:05:55: Ich wollte ganz einfach so kommen, ich wollte gerade sagen... Machst
00:05:57: du jetzt ganz gut
00:05:57: auf?
00:05:58: Das nehme ich sehr persönlich.
00:06:00: Sie sagen, da sind die Damen mittlerer Alters Mitte Dreißig was ich tatsächlich jetzt in unserem Alter ... etwas schwer verständlich finde, aber vielleicht war das damals auch einfach anders mit der Zeit noch.
00:06:13: Aber ich glaube tatsächlich wie du sagst dass heutzutage ganz oft da zu viel Zuckergust drauf geworfen wird.
00:06:20: und diese nostalgie, diese typisch wienerische Nostalgie die ist definitiv da.
00:06:27: Ich glaube, da wird zu sehr mit der Tube drauf gedrückt irgendwie oft.
00:06:32: Also ich glaube, dann muss man so ein bisschen loslassen ist das wieder gut und man muss es fließen lassen.
00:06:38: Es ist durchaus nostalgisch aber man darf es auch nicht zu übersentimental machen.
00:06:42: Das ist sentimental genug!
00:06:44: Und da wir jetzt schon bei der Marscha denn sind, dass ist ja die Rolle und bestimmt auch mit die interessanteste Figur in diesem ganzen Figurenkonstrukt wenn auch nicht alleine... Aber woher kommt das, dass die immer so als Grand-Dame dargestellt ist?
00:06:59: Ich habe mir überlegt.
00:07:00: Ist es die Stimme oder ist es das Fach, dass ganz junge Frauen nicht singen können?
00:07:07: Das würde ich jetzt gar nicht sagen.
00:07:11: Die Maschinen sind stimmlich gar nicht die große Herausforderung.
00:07:17: Da geht's wirklich darum... Diese Rolle, die den Charakter spielen können.
00:07:23: Und du musst das rüberbringen was den Charaktor ausmacht eben dieses Selbstreflektieren über die Zeit, über das eigene Leben und immer.
00:07:33: das hat eine gewisse Tragik.
00:07:35: dass sie ja quasi diese Beziehung mit dem Octavian selbst beendet, eigentlich Schluss macht weil sie sagt in einer Vorahnung oder wie auch immer quasi du wirst mich verlassen für eine jüngere und eine schönere.
00:07:50: Darum lass uns das jetzt gleich beenden.
00:07:52: also das hat finde ich etwas total tiefsinniges und tragisches und ich glaube darin liegt die Schwierigkeit bei der Marschellin.
00:08:00: Also weder die gesanglich ist es glaube ich nicht die große Herausforderung aber du musst einfach Die Details dieses Menschen, dieser Frau irgendwie rüberbringen.
00:08:10: Darin liegt die Herausforderung.
00:08:13: Auch da mal wieder zurück auf den Boden der Tatsachen.
00:08:16: Der Junge ist siebzehn.
00:08:17: Ich sage bewusst,
00:08:19: der Typ ist sieben.
00:08:20: Und
00:08:21: er wird
00:08:22: nicht für immer bei ihr bleiben, der muss doch auf die Weide.
00:08:25: Also ich glaube ja eigentlich irgendwo im Briefwechsel gibt es auch eine Stelle wo, ich weiss nicht hoffen wir uns das schreibt von wegen der Octavien, dass ist ein erster Lover und es wird auch nicht der Letzte sein.
00:08:35: also... Das war jetzt eine Zeit lang irgendwie ihre Affäre.
00:08:40: aber
00:08:42: Ja, ich glaube schon.
00:08:43: Oder so kommt es mir auch in der Musik vor.
00:08:45: Das ist vielleicht einer von den Spusis...
00:08:49: Der sich immer was bedeuten
00:08:51: hat.
00:08:51: wo?
00:08:51: das ist ja immer die Gefahr.
00:08:53: aber und das ist auch so spannend an dieser Figur finde ich Und das macht sie ganz besonders im Gegensatz zu allen anderen Ganz früh im ersten Akt schon in diesem berühmten Zeitmonologue den du schon angesprochen hast Die sieht etwas was alle andern nicht sehen und sie akzeptiert's nämlich die Vergänglichkeit.
00:09:13: Ich finde die Marschallin ist eine extrem reflektierte Person und es ist ja auch spannend, dass sie eigentlich nicht die Hauptperson ist.
00:09:20: Die Titelrolle der Rosenkavalier ist Octavien ganz klar.
00:09:24: aber insgeheim und das weiß jeder, der das Stück gesehen hat und kennt, ist die Hauptrolle eigentlich die Marscha-Lin.
00:09:30: also die Marscherin ist auch die Diva, die am Ende quasi ihr den letzten Vorhang kriegt, weil es einfach Ich würde sagen entscheidende Rolle ist, obwohl es eigentlich auch gar keine lange Rolle ist.
00:09:40: Sie hat ihren ersten Akt wo sie durchgehen da ist und dann taucht sie halt im Schluss nochmal kurz auf aber im zweiten Akkumpt sie zum Beispiel gar nicht vor.
00:09:49: Aber es ist trotzdem irgendwie so die Rolle an die man zuerst denkt beim Rosenkavelier weniger tatsächlich einen Oktober in der auch natürlich im Vergleich zur Marschalen ein bisschen eintönig ist
00:10:01: Und das ist, finde ich auch eine Gefahr für Dirigentinnen und Dirigenten.
00:10:06: Dass diese Musik von Strauss schon passagenweise auch sehr filmmusikalisch isst... Also du kannst es schon sehr breit oder mir fällt jetzt kein besseres Wort ein so Sämig machen.
00:10:18: Ja ja!
00:10:19: Und dann sind diese drei Stunden auch lange?
00:10:22: Ja also eben wenn du auch musikalisch dazu viel Zuckergust drauf hausst, bombige Torte.
00:10:31: Das ist dann irgendwie too much.
00:10:32: und da muss ich auch immer an Christian Thielemann denken, der auch da immer sagt Strauss hat das in der Musik schon alles reingepackt du musst ja nicht irgendwo nochmal extra draufhauen sondern es muss alles leicht und locker irgendwie dirigiert werden.
00:10:45: also dass da hat er für dich total recht weil ansonsten wird's eben zu schwer
00:10:52: Bombik.
00:10:53: Aber diese von Hoffmanns teil reingeschriebene Nostalgie, die macht es eben sehr verlockend, sich da auch zu verlieren.
00:10:59: Ja ja aber dann muss man wieder stehen
00:11:02: können.
00:11:02: Können wir gleich noch ein paar Beispiele bringen wo das vielleicht geklappt hat oder nicht geklappt hat?
00:11:06: Ich möchte trotzdem nochmal auf diesen auf diesen Nostalgiefaktor eingehen.
00:11:10: jetzt dich auch als Dramatur gefragt.
00:11:13: Also da steht ja auch sehr viel drin was dieses ja dieses wienerische also alleine das finale da im Waldbeisel was es da im Original auch tatsächlich ist.
00:11:24: Da ist so viel drin, was man so verkitschen kann und wird auch immer so viel verkitscht.
00:11:31: Kann man das nur verkitschnen?
00:11:34: Funktioniert's nicht ohne?
00:11:37: Ich glaube, dieses Werk ist generell einfach ... Muss man schon sagen, gut ab.
00:11:42: Mein Hofmastal war Österreicher bei Pstrauß hat das in Musik gesetzt so dass du meinen wirst es ist eine ur-wienerische Opa eigentlich.
00:11:49: also das muss man auch aus Eisbayer erst mal drauf haben.
00:11:53: ich finde da Rosenkavilliers ein Stück wo du... Es ist ne Gratwanderung eben zwischen zwischen.
00:12:01: du musst diese Story sehr mit den vielen Details und um diesen dieser Nostalgie diesem typischen wienerischen gut rüberbringen ohne dann eben in diesen diese zu kitschige Seite rüberzufallen.
00:12:13: Und das ist tatsächlich eine Gradwanderung, weil es geht dann schnell wenn du dann zu sehr dich in dieses wienerische rein legst eben in diesen Kitschige und das dient der Sache dann glaube ich auch nicht.
00:12:26: also es ist sehr schwierig.
00:12:28: Ich würde ja auch behaupten dass der Rosenkabel jetzt ein Stück ist wo du eigentlich schlussendlich auch bühnenbildtechnisch und von der Produktion einfach eigentlich was ästhetisches hin stellen musst, weil sonst gehen dir die Leute auf die Barrikaden.
00:12:41: Also ein Rosenkavalier der nicht ästhetisch irgendwie ansprechend ist das kann ich mir in meinem Kopf nicht vorstellen.
00:12:49: Also muss gute Bühnenarbeit reißen?
00:12:51: Ja eben auch wieder gegen dieses... langatmige zu wirken.
00:12:56: Also es muss tatsächlich, also ich sage nicht dass er über Puder und Perücke irgendwie sein muss damit das irgendwie zu Maria Theresias Zeiten spielt.
00:13:04: aber es muss irgendwie ansprechend und ästhetisch irgendwie sein weil das das verlangt finde ich ist ein Stück des verlangte Musik so wie sie geschrieben ist ohne eben dann aber zu sehr ins kitschige zu fallen.
00:13:15: Ich fand diese Produktion die wir in glaube weiter in Salzburg gesehen haben von Harry Kupfer der das eigentlich dann in die Entstehungszeit transferiert hat Das ging erstaunlich gut auf, weil das war dann alles so ein bisschen jugendstemäßig eigentlich und es war trotzdem sehr, sehr ästhetisch.
00:13:32: Und trotzdem dadurch dass sie diese Entstehungszeit vom Werk gespielt hat, hat das eine ganz andere Ebene dazu gebracht.
00:13:38: Also da kannst du quasi mit dem Setting allein schon, mit dem zeitlichen Setting?
00:13:42: Ja.
00:13:42: Dann kann's viel dagegen wirken ist aber auch nicht... Harikopfer alleine, sondern das ist tatsächlich was wo viele gerne auch reingehen.
00:13:51: So in diese Jahrhundertwendenzeit, Zeit vom Ersten Weltkrieg um das vielleicht dadurch auch schon zu entfetten?
00:13:58: Ja es entfettet uns zwar in der Hinsicht dass natürlich irgendwie die Entstehungszeit ist kurz vor dem ersten Weltkleeck, kurz vor Ende der Monarchie in Österreich und dadurch kriegt das nochmal so einen nostalgischen Faktor irgendwie mit diesen ganzen... Geisterin da und die Adeligen, die sich da irgendwie aufwählen.
00:14:15: Nur eben eine ganz andere Ebene aufmacht.
00:14:18: Und das hat in der Produktion gut funktioniert, wobei ich auch Produzionen gesehen habe, die das überhaupt in der späteren Zeit sogar noch irgendwie transferiert haben, wo du einfach ... Du hast halt irgendwie Adelige, die irgendwo in den schönen alten Wohnungen wohnen und es hat auch funktioniert.
00:14:31: also ist auch wenn da ganz findet ihr euch über diese Zeit von Maria Theresa irgendwie.
00:14:36: Die haben die wirklich gesprochen, aber ist wir so angelehnt.
00:14:40: Musst du es jetzt nicht unbedingt, finde ich, im verständlichem Korokoko spielen lassen?
00:14:45: Nein!
00:14:45: Es lässt sich ... Die Handlung lässt sich definitiv gut rauslösen aus dieser Ursprungsidee.
00:14:50: Du kannst das ... Du kannst hier
00:14:52: ... Weiß für die Story ja auch nie wirklich... Ausschlaggebendes, Warnes spielt.
00:14:56: Das macht ja eigentlich so ein liebes Affären-Gibnes, will ich meinen?
00:15:00: Wenn vielleicht nicht in den Unterarten liegen oder sonst irgendwie heute genauso
00:15:03: hoch.
00:15:03: Ja mit Altersunterschied definitiv.
00:15:07: Dritter Akt auch finde ich so einen Knackpunkt.
00:15:11: das kann da auch schnell kippen dass es so klamaukig wird weil da geht's ja dann letztendlich darum den Ox hinters Licht zu führen und auflaufen zu lassen Kann auch schnell so eine Lachparade werden.
00:15:24: Da muss man auch sehr vorsichtig sein, also so wie es geschrieben ist auch musikalisch mit diesen eigentlich wirklich schrägen Tönen und diese wirklich derben Dialektart von Mariantl aka Octavian das ist schon so übertrieben geschrieben dass wenn du da auch nochmal irgendwie antraffest dann wird's einfach wieder too much.
00:15:45: Ja lächerlich eigentlich!
00:15:46: Und das ist lächerlich.
00:15:48: Es ist so ein bisschen absurd, aber man muss es nicht übertreiben, weil dann verliert's irgendwie für dich seinen Reiz.
00:15:54: Also wie gesagt, gerade wenn du musst immer schauen, dass du nicht zu sehr in die Extreme gehst, weil ansonsten wirds peinlich fast.
00:16:02: Danke für dieses Stichwort!
00:16:04: Über eine große Partie haben wir bis jetzt noch gar nicht geredet und die kann wirklich auch schnell peinlig werden.
00:16:09: Das ist der Ox auf Lerchenau?
00:16:11: Ja ja, da gut der Ox.
00:16:13: Gerade da finde ich, ist dieses Werk Dammt aktuell, ne?
00:16:17: Also mit Sexmitoo und sonst irgendwie.
00:16:19: Das kennen wir heute genauso wie offenbar damals.
00:16:23: Und drum finde ich eigentlich hat es eine wahnsinnige Aktualität dieser Ox.
00:16:28: Die meisten Produzionen in den älteren Produktionen ist das halt immer diese alte notgeile Typ.
00:16:33: Ja so ein richtiger Depp
00:16:34: einfach.
00:16:34: So ein weniger Depp Einfach.
00:16:36: Das nimmt dem finde ich auch so ein bisschen Charakter.
00:16:38: und dann fand ich... Ich find's
00:16:39: gefährlich!
00:16:40: Ich finds gefährlich den als Deppen zu inszenieren weil da lacht man immer so ein bißchen drüber und wie du sagst Stichwort Mitu, das ist absolut nicht okay was der Schiff macht.
00:16:48: Und ich fand das dann eigentlich super spannend an dieser Salzburger Produktion wo der Oxia ein junger Mords Kerl war und das machte den finde ich auch viel gefährlicher.
00:17:01: dass er nicht irgendein alter Idiot ist der halt irgendwie bei den Frauen über den Rokschan weh sondern so ein wirklicher junger Kerl der da Kein Hildrass macht, dass er hinter jeder Frau irgendwie ist.
00:17:15: Du schaust auch an Günter Kreuzberg, der das damals wirklich fantastisch verkörpert hat.
00:17:19: Ja!
00:17:20: Wirklich, der finde ich hart... eine ganz neue Lesart, also zumindest für mich.
00:17:25: Ich hatte das davor noch nicht so gesehen, weil der Jünger war und nicht eben dieser gewamperte Depper.
00:17:31: Genau!
00:17:33: Sondern er war wirklich ein gerissener, junger Gefährlicher.
00:17:37: Also ich fand das Gefahr abrachtet, dass der eben nicht so einen blöde alter Depp ist.
00:17:43: So ein richtig schmieriger Schnösel.
00:17:45: Und das isst ja auch... Wenn man die Rolle liest, das ist ja so ein Proll.
00:17:50: Das ist dieser Landradl ... Aber
00:17:54: ich mein, so'n alter Proll kriegt auch die die ganzen Frauen nicht ab, die ihr der Offenbar irgendwie da erobert habt?
00:17:58: Also das macht viel mehr Sinn, wenn du einen gestandenen jungen Kerl hast!
00:18:03: Ja absolut, ich finde auch Adelstitel alleine worum es eigentlich geht dass die Sophie einfach der gute Tausch ist.
00:18:12: Geld gegen Titel
00:18:13: Neureich.
00:18:15: Nein, da muss schon ein bisschen mehr mit.
00:18:17: Und da war das... Lass uns gerne reingehen in diese Inszenierung!
00:18:20: Ich habe es tatsächlich auch noch mal nachgeschaut und ich habe die Kredit geschrieben.
00:18:28: In den Hochkulturellen Wien in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg.
00:18:32: Das war natürlich im großen Festspielhaus super mit dieser großen Bühne dabei.
00:18:36: Ich erinnere mich so im Hintergrund dieses, dieses Wien so ein bisschen weich sepia gezeichnet.
00:18:41: Aber in so ...
00:18:42: Ja ja, die Produktion ist was
00:18:43: super schönes.
00:18:43: Wahnsinnig ästhetisch und dann natürlich auch mit toll ausgestattet.
00:18:49: eben diese Zeit dieser eleganten Kleider dann der schnöselige Günter Kreusbeck der Tolle.
00:18:57: also das war einfach auch super schön anzuschauen.
00:19:00: Und dadurch vielleicht auch diese Fallhöhe von sehr stark gezeichneten Charakteren habe ich mir da aufgeschrieben.
00:19:08: Fand ich auch, also ich fand die Produktion wirklich... Also ich kann es vorher dann eben aus diesen alten Produzionen, die man ja kennt, die ich total schätze außer dieser alte Otto Schenk, die von wann ist?
00:19:17: Von wann ist die?
00:19:18: Sechziger, siebziger Jahre?
00:19:19: Ja!
00:19:20: Die ist natürlich absolut legendär.
00:19:21: und da ist der Ochser dieser alte Kerl da.
00:19:24: Und ich fand das eigentlich so spannend bei diesem Heikupfer, dass der das eigentlich.
00:19:28: Ich fand es viel aktueller dadurch, dass du diesen gefährlichen Jungen und gerissenen Ochs hast.
00:19:34: Das machte für mich viel mehr Sinn.
00:19:37: Und das machte quasi diesen ... Na ja, Kampf kann man nicht sagen!
00:19:40: Aber dieses Kontrast zwischen der Marschalin und ihm die er dann total aufeinandertreffen im dritten Akt auch viel stärker war.
00:19:48: Ansonsten ist es immer so die Marschalin, die natürlich viel klüger und gerissener ist, die halt diesen alten Bängel da zurecht weiß.
00:19:59: Kampf kann man nicht sagen, aber diese Konfrontation im Drittnacht viel, viel spannender.
00:20:04: Weil wir jetzt bei Günter Kreuzberg sind den habe ich dann tatsächlich nochmal gesehen einige Jahre später in Berlin.
00:20:10: Ich hab nämlich diese Andre Heller Inszenierung an der Staatsoperin Berlin gesehen was ja irgendwie auch ein bisschen aufgelegt war oder klar war dass das sehr bunt wird und es war unglaublich schön anzusehen also von der Zeit ganz ähnlich angesiedelt.
00:20:24: die Kerne davon war irgendwie so eine Der Benefizveranstalt, also ein Theater im Theater.
00:20:31: Man wohnt einer Benefietsveranstaltung an der Einmaligen bei die im Jahr, ja, neunzehntenhunderts siebzehn ich hab noch mal nachgeschaut angesiedelt war und dann hast du natürlich das japonistische Schlaf gemacht Dann natürlich Gustav Klimt an der Wand Und alles sehr pompös.
00:20:47: aber das war mir dann auch eine Spur zu ehrfürchtig weil eigentlich Kein Knack so in dieser Regie drin war.
00:20:54: Das war unglaublich.
00:20:55: auf dieses Ausstellen, auf diese Schönheit der Musik und das Ausstellen dieser Zeit und der Figuren Und da gab es nicht zu richtig den Bruch oder wenn's gewünscht war kam es nicht rüber So wie wir jetzt hier bei Harry Kupfer in Salzburg zum Beispiel hatten.
00:21:12: Ich weiß nicht was hast du noch gesehen?
00:21:14: Hast Du mal etwas komplett anderes gesehen?
00:21:16: also von einer Regie Idee meine ich
00:21:19: Ja komplett anders, jetzt würde ich nichts sagen.
00:21:23: Natürlich gibt es diese Autoschenkinstellierung in München und in Wien, die ja wirklich total legendär und war halt eben total alt sind.
00:21:33: Und der nimmt da wirklich... Der hat dann wirklich jede einzelne Anweisung, setzt der total penibel um was für heutige Regisseure ein absoluter Albtraum ist, aber ich finde den ihr kleiner Streber!
00:21:46: In dem Werk finde ich, geht das so super auf.
00:21:48: Darum drauf, die sehen ja aber jedes Mal rappelvoll diese Vorstellungen mit den alten Inszenierungen.
00:21:55: Ich glaube, das Neues der was ich gesehen habe war eben die ... Ich hab mich nicht ganz gesehen sondern eine Ausschnitte online aus Dresden glaub' ich war das und da war es alles halt so ein bisschen ... Das ist sechstiger, siebziger vielleicht irgendwie von der Mode irgendwie transferiert und das hatte erstaunlich gut funktioniert.
00:22:13: Ich kann mir erinnern, der Schlaf gemacht von der Marschellin war so ein riesengroße Altbau-Wohnung mit ganz schweren Vorhängen und dann sitzt sie oder steht da am Fenster am Ende und schaut melancholisch raus.
00:22:24: Das hat auch super funktioniert!
00:22:26: Du musst halt den Ton dieses Werks irgendwie treffen und dann ist eigentlich egal wann du es spielen lässt Und ästhetisch muss es.
00:22:35: Ich habe mal überlegt, wie weit könnte man es treiben?
00:22:37: und lass uns mal so tun als hätte ich jetzt eine Regie Idee und du hast meinen Dramaturk muss mir sagen ob das taugt oder nicht.
00:22:44: glaubst du dass würde zum Beispiel funktionieren das ins hier und jetzt rein zu setzen in so ne Unternehmerfamilie meinetwegen CEO und das ist ein Familienunternehmen, dass groß geworden ist wo es Intrigen gibt.
00:22:57: Okay vielleicht habe ich zu viel Sack-Session gesehen.
00:23:01: Du musst ja sagen Dinestie denken
00:23:03: oder Dinesties auch gut?
00:23:04: Ja!
00:23:05: Und Octavian schläft sich einfach rauf.
00:23:08: Könnte man wahrscheinlich probieren ob das so schön aufgeht irgendwie und ob du da mit wirklich dir selbst und dem Publikum gefallen tust ist die Frage.
00:23:15: Den letzten Rosenkabel der ich sehe war in Zürich.
00:23:18: Das war tatsächlich ganz spannend.
00:23:20: Alte Produktion, die ich glaube in LA vor Ewigkeiten gelaufen ist.
00:23:25: Die jetzt quasi neu nochmal angegangen wurde von Lydia Steyer und Basis dafür waren die Bilder von Avicista Helnwein.
00:23:35: Kaufgrid Helwain?
00:23:37: Der künstler, österreichische Künstler.
00:23:39: Wenn du ihn siehst kennst du sicher!
00:23:41: Und der auf Basis von dessen Bildern haben die drei ganz bunte Akte dort gemacht irgendwie in unsere Zeit übersetzt.
00:23:52: Und da war der dritte Akt, das war die sehr mutig, kann man durchaus darüber streiten, ja so ein bisschen Sadu Maso BDSM-mäßig aufgezogen und dann wurde der arme Ox, in dem Fall auch wieder Günter Kreuzberg, mehr oder weniger gefesselt und ausgepeischt.
00:24:11: also es war ein bisschen wild aber irgendwie Irgendwie ging das auch.
00:24:16: Das war ja kein Beidel, sondern halt ein Bordell vielleicht oder so irgendwas und es hat erstaunlich gut funktioniert.
00:24:24: Das fand ich auch tatsächlich ganz unterhaltsam.
00:24:28: Ja spannend die Idee mit den Bildern weil man kann da finde ich schon eine Nummer draus machen eben auch aus dieser... Ich habe jetzt sehr böse am Anfang gesagt sämigen Kulisse.
00:24:37: aber wenn wir jetzt so Bilder Nehmt, da fällt mir spontan irgendwie so der Swimming-Pool ein.
00:24:44: Romy Schneider Alain Delon, wo wenn du sagst, du verlagerst das vielleicht mal irgendwie an die Riviera... Da sind ja auch haufenweise Leute, die zu viel Geld und zu viel Zeit haben könnte doch auch einen Ansatz sein.
00:24:58: Hört man dass ich Sommerferien brauche?
00:25:00: Auch Adelige haben Sommerferier!
00:25:05: Ja tu' ich meine nicht... Grundsätzlich ist das, was da mit den Affären und so von sich geht ja gar nicht unbedingt so typisch wienerisch.
00:25:13: Also es sind mehr die kleinen Details, die dabei sind.
00:25:15: ansonsten wirst du bei anderen Adeligen in Frankreich oder sonst irgendwo genauso haben.
00:25:20: also das könnte man schon machen irgendwie aber das traue ich wahrscheinlich dann auch.
00:25:24: niemand weiß dann eben doch in den Details einfach zu typisch.
00:25:28: Wienermelancholie ist
00:25:30: Dann mal ganz provokant gefragt muss das immer adlich sein?
00:25:34: Muss es immer ein ordentliches Milieu sein?
00:25:37: Naja, das ist ja sowieso alles Spannende.
00:25:39: Diese ganze Geschichte mit dieser Rose... Das ist ja absolut frei erfunden!
00:25:43: Dieses Ritual, diese Überreichung der Silbernen Rose hat hoffmannster sich einfach einfallen lassen.
00:25:49: Das hat keinerlei Bezug zur Realität.
00:25:52: Also eine Ritua, das gibt's überhaupt nicht.
00:25:55: Es hat er sich einfach reinfallen lassen und sehr schön aber heute erfunden.
00:25:59: So gesehen ist es sowieso eigentlich von der Realität so bisschen entfernt.
00:26:02: Muss es adelig sein?
00:26:03: Ich glaube nicht.
00:26:05: Es ist, glaub ich schon sehr deutlich so ein bisschen mehr Klassengesellschaft weil wir da doch irgendwie die höhere Gesellschaft und eben die niedrigere Gesellschaft haben wobei der Ochs ja dann eigentlich einfacher Landadel hier ab.
00:26:22: eine ganz so hoch steht, wahrscheinlich wie die Marscher lehnen.
00:26:26: Farninal?
00:26:26: Super Neureich!
00:26:27: Aber ich meine mehrklassenen Gesellschaft gibt es ja heutzutage genauso auch ohne Adel.
00:26:30: also das glaube ich kann man schon etwas machen irgendwie.
00:26:33: dann müsste man da eigentlich ein oder andere Zeile vielleicht ignorieren aber das ist ja Heutzutag sowieso gegangen.
00:26:38: Das
00:26:38: wäre dann ja auch dein Job.
00:26:42: Das ist nur die Frage wie weit kann man gehen, aber man darf da schon was wagen.
00:26:47: Man hat die Erlaubnis von dir, dass du
00:26:48: das
00:26:49: jetzt gibst.
00:26:50: Herr
00:26:50: Url hat's erlaubt!
00:26:51: Dann können wir hier abbrechen.
00:26:52: Nein weil wir wollen ja eigentlich am Ende des Tages über klären Repertoire oder raus und jetzt haben so viel über dieses Wienerische geredet.
00:27:01: Und du hast vorhin, finde ich was total Interessantes gesagt, nämlich diese Autoschenk-Schinken...
00:27:07: Also ich bin da zusätzlich mag diesen Autoschenk-Schink!
00:27:09: Ich hab ein Herz für Plüsch.
00:27:11: und weil jetzt auch finde ich eine Verneigung und eine Verehrung vor dem Ganzen ist eben vor diesem wienerischen.
00:27:16: Was ich ja auch finde das wie Du sagst das Schraus und Hoffmannstal ja auch so angelegt haben aber dass das diese Häuser einfach spielen weil es funktioniert Die Legitimation das immer wieder zu machen und die Perücken immer wieder aufzupudern?
00:27:36: Ja, strittige Frage.
00:27:38: Die Münchner waren ja so mutig vor ein paar Jahren eben mit Berikowski wieder eine neue Produktion vom Rosenkavalier zu wahren.
00:27:45: aber soweit ich weiß haben die den alten Schenk immer noch sozusagen im Lager.
00:27:51: Ob die nicht sogar die Idee haben, das quasi parallel zu spielen gibt es ja durchaus.
00:27:54: Bei der Zauberflöte gibt's auch glaube ich den Fall wo in Berlin es gibt eine neuen Szenierung und die alte von August Ewerding.
00:27:59: also das wäre jetzt nicht ungewöhnlich.
00:28:01: Ich glaub in Wien sollte jemals jemand wagen diesen Otto Schenk großen Kavalier auch nur einzulagern und einen anderen zu spielen, dann gibt's, glaube ich, dann gibts Tote.
00:28:13: Ja, wir stehen die Fans mit Faktem vor der Tür!
00:28:14: Also
00:28:14: in Wien kennen sie damit, glaub' ich, keinen Spaß.
00:28:17: da wäre ich tatsächlich vorsichtig.
00:28:19: es hat natürlich irgend sowas Museum alles klar.
00:28:21: also das der Schenk hat sich da wirklich glaube ihr ganz eng an den ursprünglichen Skizzen von von von Roller und Max Reinhardt von der ursprüchigen Produktion gehalten und das ist natürlich irgendwie total Musial gerade so, dass es nicht die Produktion von der Ur-Aufführung ist.
00:28:40: Aber im Prinzip funktioniert's halt und die Leute wollen das auch sehen.
00:28:44: Also ich kann mich ja erinnern in München bei dieser anderen Schenkensinnung, die optisch ein bisschen anders ist aber ansonsten mehr oder weniger gleich gab's immer einen Szenenaplaus am Anfang vom zweiten Akt weil du dann in diesem Stadtpallet vom Farninal bist Und die Leute haben applaudiert, weil es einfach so eindrucksvoll und schön ist.
00:29:05: Und das zeigt mir mal, wenn du das irgendwo in ein Business-Loft in New York oder so versetzt hast.
00:29:13: Da brauchst du glaube ich keinen Applaus erwarten und dann klar ist es jetzt vom künstlerischen Anspruch.
00:29:20: Wenn du irgendwie die Idee hast, du willst was Neues machen, bist du da irgendwie falsch?
00:29:24: Aber ich finde, dass hat durchaus seine Berechtigung weil die einfach gerade diese Wiener Autoschenk ist einfach so legendär Und die Leute lieben sie so sehr.
00:29:33: Es gibt Leute in Wien, die gehen da jedes Jahr zu ... Er ist auch jedes Jahr da!
00:29:38: Also ich glaub', die Wiener Staatsberat kannst du wahrscheinlich an eine Hand abziehen diese Saisonen wo kein Rosenkavalier am Programm war.
00:29:47: Die wissen drum glaube ich und das funktioniert halt nach wie vor.
00:29:50: Ich würde sagen... Absolut die Überraschung, dass du heute nicht raus, sondern repertoire zum Rosenkavalier
00:29:56: sagst.
00:29:57: Surprise!
00:29:59: Ja, würde ich natürlich selbstverständlich auch keine Überraschwung sagen?
00:30:02: Ich habe trotzdem versucht nochmal so ein bisschen zu hinterfragen.
00:30:05: Einerseits ist es musial und das ist irgendwie eine Erbe aber auf der anderen Seite was das so unglaublich repertoirewürdig macht dass es einfach eine Message hat, die bis heute relevant ist und die dir auch was zeigt oder wo du was mitnehmen kannst.
00:30:22: Ich meine man kann sich am Ende auch die Augen zu halten und einfach der Marschallin lauschen, die das einfach eingesteht, dass man immer gegen die Zeit verliert und dass man Dinge loslassen muss und dass das so eine unglaubliche Größe hat, Dinge oder den geliebten Menschen gehen zu lassen.
00:30:41: Und das ist für mich nie auserzählt.
00:30:44: Und dadurch hat das absolute ... Ja, es ist absolut repertoirewürdig.
00:30:47: Auch
00:30:48: wenn die da in Roku Kokus dümen irgendwie rumleinern.
00:30:50: Das find ich auch.
00:30:52: Ich finde gerade diesen ersten Akt, das ist fast mein Lieblingsakt, dieser ganze riesen Monolog eigentlich, auch wenn der Octavander später dazu kommt wo sie eben dann trübersinniert über die Zeit und über die Vergänglichkeit... Das ist so tiefsinnig!
00:31:08: Da ist so viel philosophisch Da ist so viel drinnen und ich finde das jedes Mal wirklich total erstaunlich.
00:31:17: Ergießt sich da in wirklich Reflektionen, die ja die die total aktuelle Leute aussehen also... Wir haben uns auch alter Jahrmehrdewege-Preis gegeben.
00:31:27: aber ich find schon auch es gibt jetzt so Momente wo du darüber nachdenkst dass die Zeit halt irgendwie vergeht und dieses Loslassen das finde ich.
00:31:36: Das ist schon was was ich auch immer im eigenen Leben irgendwie spielt schon eine Rolle und da muss ich auch immer dann in den Rosenkabel denken.
00:31:43: Und dann kommen wieder irgendwelche Opernzitate aus diesem berühmten ersten Akt heraus, also das finde ich hat eine extreme Aktualität.
00:31:53: Und allein deshalb egal wo du es spielen lässt ist es ein Werk der jetzt ganz abgesichend davon dass ich es schön find und das eines meiner Lieblingswerke ist einfach total aktuelles und ganz viele Aspekte hat die wir heute genauso kennen wie vor hundert Jahren.
00:32:07: ein dauerbrenner menschlicher erfahrung.
00:32:09: aber
00:32:10: und würden wir heute wie viel jahre später Würden wir immer noch mit dem Autonachts nach Hause fahren?
00:32:18: Nein, weil wir sind auch ein und ein
00:32:20: geworden.
00:32:20: Wir nehmen den Zug oder wir nehmen uns Hell und gehen vor, das ist am nächsten
00:32:24: Tag!
00:32:26: In diesem Sinne Rosenkavalier Rappertwaar und ihr seid natürlich wieder herzlich eingeladen mit uns zu diskutieren.
00:32:33: seht ihr das genauso?
00:32:34: habt irgendwelche Produktionen gesehen die wir vielleicht nicht gesehen haben die vielleicht nochmal ganz andere Dries gehabt haben?
00:32:39: da würden wir wirklich sehr gerne in In die Diskussion mit euch kommen.
00:32:43: Ansonsten freuen wir uns schon auf die nächste Folge, wir haben so viel Spaß hier!
00:32:47: Wir machen das weiter und das nächste Mal wird es ... Ich sag nur Mario, Mario!
00:32:54: Um etwas gehen, dass du Daniel selber schon gearbeitet hast und mehr sagen wir dazu nicht außer Servus und bis zum nächsten
00:33:00: Mal.
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