Ariadne auf Naxos - U oder E?

Shownotes

Ernste Kunst oder Unterhaltung? Strauss und Hofmannsthal werfen in Ariadne auf Naxos einfach beides zusammen. Wir sprechen darüber, warum das erstaunlich gut funktioniert, was eine gute Ariadne braucht – und über die Salzburger Neuinszenierung, die das Ganze ausgerechnet auf den Mars schickt.

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00:00:00: Herzlich willkommen zur siebten Folge von Opa ohne Erfurcht.

00:00:05: Jetzt mit zwei Händen haben wir letzte Woche schon gesagt, wir freuen uns dass wir über die volle Hand hinausgekommen sind an Folgen und...

00:00:12: Nächstes Ziel?

00:00:13: Zwei Hände!

00:00:14: Zwei Hände, machen wir voll.

00:00:16: Und wir freuen uns dass wir wieder da sind denn letztes mal haben wir schon gesagt Wir sind ganz passend zum Sommer in Bayreuth und Salzburg.

00:00:25: und jetzt in der Zwischenzeit Daniel warst du aber auch ins Salzburg um bist jetzt wieder in bayreuth

00:00:31: Ich mach Festivalhopping

00:00:33: Geil!

00:00:33: Dann musst ja nur noch nach Ex

00:00:36: Also wird das noch scharf.

00:00:39: Nein Jetzt bleibt erstmal hier.

00:00:41: Und wenn es auch noch ein kurzer Ausflug nach Salzburg war, Salzburg im Sommer ist natürlich für dich ganz wichtig.

00:00:47: Wir haben nochmal eine zweite Salzburger Produktion aber heute reden wir mal wieder über unser Lieblingsdur Strauß und Hoffmannstal.

00:00:57: in Salzburg gibt's aktuell eine neue Produktion von Ariadne auf Naxxers und weil wir die beide gesehen haben ich in der Medienprobe muss ich dazu sagen du warst dann tatsächlich bei der Premiere drin gesessen mussten wir, auch wenn dieser Podcast jetzt vielleicht ein bisschen straußlastig wird, da natürlich darüber reden.

00:01:14: Das schadet nicht!

00:01:15: Das

00:01:15: ist dein schlechter Einfluss.

00:01:18: Nein es gibt auch hier wieder einen schönen Anlass und das ist ja auch der Grund warum's bei den Salzburger Festspielen auf dem Programm ist und zwar das hundertjährige Jubiläum der Erstaufführung von Ariadne auf Naxos Beide in Salzburg-Affä spielen, das eben im Jahr neunzehnt sechsundzwanzig war.

00:01:34: und jetzt zwanzig sechsundzwantig kommt Ariadne zurück.

00:01:38: Und es hat sich gehalten?

00:01:42: Oh ja!

00:01:43: Das wäre interessant gewesen ein bisschen sich einzulesen.

00:01:46: Das habe ich tatsächlich nicht gemacht.

00:01:47: über diese erste Aufführung tatsächlich, wie die auch ausgeschaut hat.

00:01:51: Aber so wie wir sie gesehen haben auf gar keinen Fall.

00:01:55: Nee, definitiv nicht!

00:01:58: Das lag wortwörtlich in den Sternen damals noch?

00:02:01: Ja,

00:02:03: das war jetzt sehr schön gesagt.

00:02:05: Warum ist Ariadne auf Lachsens auch noch eine... Interessante Oper?

00:02:10: unter anderem, weil ich für mich finde dass die eine der spannendsten Fragen überhaupt so wunderschön ausbreitet.

00:02:17: Nämlich der Unterschied zwischen U und E Musik!

00:02:22: Und zwar schon damals.

00:02:23: also das war wirklich am Zahn der Zeit will ich mir meinen.

00:02:27: ja es ist generell ein verrücktes Stück denn es ist eigentlich Theater im Theater.

00:02:36: in diesem Theater, im Theater wird eben gegenübergestellt die ernste Muse und die leichte Muse.

00:02:42: Und ich finde das ist eigentlich dann ja am Schluss so eine schöne Verbindung ist weil sie verschieden sich am Anfang wirken.

00:02:54: Es endet ja im Prinzip damit dass es sagt hey es passt alles super zusammen es gibt es ein es gibt das andere alles ist schön Alles ist

00:03:01: gut.

00:03:01: Es ist sehr versöhnlich, es ist schon ein vielgut Werk auch wenn's in der Zwischenzeit mal bisschen Drama gibt wobei das Drama ja eigentlich das ist was ich dann immer so bisschen zach finde.

00:03:12: Wenns da wirklich zu Ariadne auf Naxos kommt wird das sehr statisch.

00:03:17: aber das Werk bietet auch wahnsinnig viel Potenzial das recht knallig zumachen gerade mit dem ersten Akt und den Stoff zeitlos zu bewerten.

00:03:27: Ja... letzte Woche auch schon drüber geredet, mit Rianzi und dass so ein politisches Thema sich ja auch immer gut in alle Zeiten heben lässt.

00:03:39: Aber hier geht es ja um Dekadenz- und Reichtum und eigentlich auch so bisschen das ... ich sag mal was Neureichen immer so untergeschoben wird, keine Ahnung aber Hauptsache groß!

00:03:52: Hauptsachen ja, groß mit Feuerwerk und allem so was ran.

00:03:56: Ja Auch lustig, dass das damals auch ja offenbar irgendwie schon so war und heute genauso ist.

00:04:04: Also diese Vorgeschichte ist eben lustig!

00:04:08: Es gibt keine Akte es gibt eigentlich nur diesen Prologg und es gibt die Oper.

00:04:11: dann und in diesem Prologs sehen wir wie die spätere Oper eben vorbereitet wird.

00:04:19: Genau

00:04:21: geplant wird.

00:04:22: Das heißt wir schauen sozusagen der Kompanie oder den Kompanien, zuwiesen sie sich für die spätere Aufführung vorbereiten.

00:04:30: Und danach ist das was wir als die Oper sehen ja im Grunde dieses Theater im Theater.

00:04:37: Wir sehen quasi die Auffführungen, die auch die Leute von diesem Prologg sehen und allein diese Idee ist also schon super lustig.

00:04:47: aber der lustige Grundgedanke ist eben dass ich dieser Ob er neuerreich ist oder nicht, da reichste man von Wien.

00:04:54: Hat sich eine Oper komponieren lassen, Ariane auf Naxos von einem jungen begrabenen Komponisten und hat dann aber auch entschieden dass er etwas leichteres für das Essen nach dem Essen für seine Gäste braucht und hat sich dazu noch so eine Comédia de la Arte-Truppe mit thematisch ganz anderen Themen zu bestellt etwas frivol, aber viel leichter.

00:05:23: und das ist so die Repräsentation der U-Musik.

00:05:29: Im Prolog lernen wir dann durch den Haushofmeister von diesem Reichen her, dass er entschieden hat, dass es nicht das eine vorher und das andere nachher haben will sondern beide Stücke Gleichzeitig, weil eben für neun Uhr ein großes Feuerwerk besteht.

00:05:45: Das Feuerwerk ist überhaupt das Wichtigste?

00:05:46: Das finde ich auch.

00:05:47: Das ist alles sehr unterm.

00:05:48: Wir müssen jetzt beide Truppen in kürzester Zeit, weil es geht in ein paar Minuten im Prinzip los... Es schaffen beide Werke irgendwie ineinander zu verschränken damit das nicht länger dauert und trotzdem beides was bestellt ist abgeliefert werden kann.

00:06:07: Das ist ja schon bezahlt.

00:06:09: Es ist ja auch schon bezalt und allein in diesem Prolog, das hat ja schon so eine totale Komik.

00:06:16: und dann passiert auch die lustige kleine Liebesgeschichte eigentlich zwischen dem Komponisten, was übrigens eine Hosenrolle ist und der Anführerin von dieser Comedy-Delarte-Truppe, die Frivole Zerbinetta.

00:06:32: also die zwei, die eigentlich so gefühlt am weitesten auseinander sind verlieben sich.

00:06:38: Und die Terminetta, auch da so einen schönen zwei Lager.

00:06:43: Die ist ja nachher auch total wichtig wenn es dann zu Ariatne geht weil sie eigentlich und das gefällt mir so gut an ihr, so ein wahnsinnig positiver Mensch ist und dass alles so hochzieht und glaube ich dann auch ja schuld ist, dass es nicht komplett tragisch verendet.

00:06:59: Ja!

00:07:00: Und ich glaub das ist halt spannend, weil du könntest es jetzt total psychologisch sehen und sozusagen Ariatna Also das sind zwei Seiten von derselben Medaille.

00:07:09: Ariadne ist total depressive, alter Ego, alles ist schlecht und alles ist blöd... Und Serbidette ist genauer Gegenteil!

00:07:18: Es ist alles immer toll und genießt das Leben, nehmen wir wie es kommt und im Prinzip könnt ihr über sie vorstellen dass das eine oder die selbe Person also die zwei Seiten der einen und der selben Personen sind wenn man es jetzt ganz psychologisch sehen wollen würde aber genau Dadurch entsteht, glaube ich dann in der Oper selbst.

00:07:37: Der Reiz, weil doch er dauernd diese absolut mega depressiven Szenen von der Ariadne haben die einfach nur sterben will.

00:07:44: alles ist blöd.

00:07:45: Der Typ hat sie verlassen und dann kommt aber zwischendurch dieser Zerbinett an und sagt hey... Ich hatte was mit dem, ich hatte etwas mit dem und irgendwann hatte ich sogar mal zwei.

00:07:57: Also es ist super super lustig und versucht die dann irgendwie diese Ariadneklar zu machen.

00:08:03: vergisst den Typen, es gibt genug Typen.

00:08:07: Und dieses ständige Hin und Her hat für sich schon eine Komik aber irgendwie für dich auch einen tieferen Sinn?

00:08:15: Das ist wenn man sich dann auf diesen zweiten Teil fokussiert.

00:08:21: Auch wieder ein schönes Beispiel von sehr stark ausgemahlten Frauenpartien.

00:08:28: die Serviletta Absolut modern, wie du sagst.

00:08:35: Ja auch was total frivoles und das ist ja auch so gewollt.

00:08:39: Ariadne umso konservativer.

00:08:41: also prima Donner sowie das ganze Leben hängt wieder nur von einem Mann ab Ah.

00:08:49: Auch da schreit dein Frauenhirn wahrscheinlich wieder?

00:08:51: Ja, vielleicht schlägt ganz genau.

00:08:54: Aber gut hier holt mich dann Serbinetta zumindest ein bisschen ab.

00:08:57: aber auch da finde ich kann man in der Figurenführung schon auch ein bisschen dagegen wirken dass es wieder so Bach ist nur du allein.

00:09:05: Das ist ja das Schöne weil Schlussendlich funktioniert die Überredung der Serbinette am Ende irgendwie.

00:09:17: Ich glaube schon, dass Ariane nachher kapiert.

00:09:19: Dass der Bachos eben nicht der Tod des Englises wie sie vorher meint sondern eben der nächste Typ und im Ende geht es ihr dann ab mit dem nächsten Typen.

00:09:28: so gesehen hat Serbinetta irgendwie recht gehabt.

00:09:31: Kleine Vorbegnahme von Next was wir ja bei MTV sehr geliebt

00:09:34: haben Und alles ist gut!

00:09:40: Sogesan hatte Serbineta Recht.

00:09:43: Genau, jetzt haben wir die UNE-Frage noch nicht viel nachgeklärt.

00:09:47: Gut was wir ja schon vorweggenommen haben das ist ein schönes Beispiel dafür alles darf passieren aber es ist schon auch ein bisschen viel was da verhandelt wird.

00:09:55: also gerade mit dem Vorspiel und ich glaube da ist es auch interessant mal reinzuschauen in die Entstehungsgeschichte von dem Ganzen.

00:10:01: denn eigentlich ist ja diese Oper wirklich ursprünglich auch als Erweiterung ja gedacht gewesen.

00:10:10: Die ganz ursprüngliche Version, die übrigens ein ziemlicher Flop

00:10:14: war,

00:10:15: war eigentlich als Idee geplant dass Straußenturfmannstahl einen Schauspiel und eine Oper an einem Abend im Publikum zeigen wollten.

00:10:26: Und zwar war ursprunglich nur die Oper geplant und davor oder danach, ich weiß nicht mehr, war Bürger als Edelman von Molière in einer Bearbeitung von Hofmannsthal angedacht.

00:10:40: Das ging aber ziemlich in die Hose, weil sozusagen das Schauspielpublikum konnte wieder ober nichts anfangen und auch der Zusammenhang von den zwei Stücken miteinander war sehr überschaubar.

00:10:56: Dann haben sie dieses Werk nochmal total überarbeitet und haben eben diesen Log geschaffen, der sozusagen die Entstehungsgeschichte und das Ganze davor von dieser Oper erklärt.

00:11:09: Und dadurch finde ich also war definitiv die richtige Entscheidung.

00:11:19: Diese zweite Version, die dann später glaube ich in Wien Urführung gefeiert hat, kam dann viel besser an weil es einfach viel mehr Sinn ergibt.

00:11:29: Aber du merkst halt auch in dem Prolog nach wie vor einen gewissen schauspielerischen Einfluss, weil eben die Rolle des Haushofenmeisters ist ja ein Schauspielern im Prinzip.

00:11:40: Und teilweise sehr providentes Schauspieler.

00:11:42: also das ist dann immer so eine schöne Rolle für sich als Schausspieler in der Oper zu beweisen oder auch als Intendant.

00:11:51: ich kann mich erinnern Ich glaube es war ins Zürich wo Herr Perehrer der Intendant selbst den Haushofmeister gemacht hat.

00:12:00: Echt?

00:12:01: Was war das für eine Institution, ist ja auch...

00:12:03: Ich habe sie nie gesehen aber ich konnte mich erinnern dass ... ich glaube es war in Zürich, da trat halt der Intendernt selbst als Haushof-Meister

00:12:10: auf.

00:12:10: Oh Gott!

00:12:10: Dann kriegt das nochmal so ne Metaebene drauf dann wird's aber langsam

00:12:14: auch anstecken.

00:12:15: Das ist ein Theater im Theater.

00:12:17: Ja, ein Theater.

00:12:18: Hör auf.

00:12:22: Aber von dem her kommt das.

00:12:23: Also es gibt ja Ursprung, wie von diesem Molière auch den Schauspielmusik, die Strauß damals extra dafür geschrieben hat.

00:12:29: Die gibt's aber noch.

00:12:32: Wie gesagt, der Erfolg kam dann eigentlich erst in der überarbeiteten Version, die eben diesen Prolog dann vorangestellt hat was einfach viel besser funktioniert.

00:12:41: Ja also ich habe mir jetzt auch wieder gedacht Es ist wirklich eine schöne Start-Rampe für das ganze, also dass du dieses Setting wirklich kapierst und es wird ja auch breitest ausgetreten.

00:12:55: Und ist auch gar nicht so lange.

00:12:57: Also da das eine

00:12:59: dreiviertel Stunde

00:13:00: in dem Dreh genau.

00:13:01: Es hebt dich rein.

00:13:03: aber ich finde In diesem Prolog liegt auch eine ganz große Falle, nämlich dass das wie so ein Fremdkörb oder einen Zusatz wirklich so ein Anhängsel von dem Ganzen.

00:13:13: Weil danach wird es ja unglaublich mystisch und wenn wir dann sagen Ja, dem Gansten liegt diese Idee des Werks im Werks über Dann kann das was wo jetzt gerade Lucy drüber gemacht haben aber diese Meta-Ebenen die da angeboten werden alleine schon im Libretto da kann man sich ja vollkommen verausgaben und ich glaube auch viel kaputt machen.

00:13:36: Ja, das ist glaube ich die Gefahr dann von eben der Opa selbst weil wenn du nicht darauf eingest dass du ja quasi eigentlich Theater im Theater siehst Und dass du diesen ganzen Prolog vorher hattest Dann verliert es wieder diese Verbindung.

00:13:53: Du fragst dich ok wozu jetzt der Prolog?

00:13:56: Aber du kannst natürlich dann auch viel falsch machen diese ganzen Meterebenen, die sich durch diese Idee eröffnen.

00:14:04: Durch diesen Prolog bedient sie je nachdem wie du sie bedienst.

00:14:10: ich finde es schon super wichtig dass das dem Publikum laufend immer wieder gezeigt wird hey ihr schaut da nicht einfach nur ein Werk an sondern ihr schaut an wie ein Werk in einem anderen Werk gerade gezeigt wird.

00:14:24: das heißt ich find's lustig wenn dann irgendwie der Komponisten irgendwo auftaucht und dann irgendwo Das Publikum hat irgendwie klar wird, wir sehen da nicht einfach nur ein Werk sondern wir sehen das Werk wie es in einem anderen Werk gerade aufgeführt wird.

00:14:42: Weil ansonsten könntest du dir ja den Prolog auch wieder sparen und mit oben aufführen.

00:14:48: Da fragst du dich aber halt nur okay warum da da und irgendwelche zwei Extreme gezeigt werden?

00:14:54: Da war das total interessant.

00:14:56: Wir haben die Inszenierung von Ersang Muntag gesehen in Salzburg, der das Ganze komplett modern macht und jetzt kommt die schöne Auflösung auf den Mars.

00:15:08: nicht der reichste Menschmann von Wien, sondern ... Der

00:15:12: reichste Mann der

00:15:14: Welt war das.

00:15:15: Und er hat diese modernen Milliardärs-Fantasien umgesetzt und ist auf dem Mars, aber es sieht aus wie alte Star Wars Filme.

00:15:22: Also irgendwie habe ich auch nicht so was gecheckt.

00:15:24: Ich dachte

00:15:24: ja!

00:15:25: Das Bilderbild sah ganz cool aus mit diesen verschiedenen Treppen.

00:15:30: Es sah schon cool aus.

00:15:31: oder sind die Hintergrund dann also Projekzionen in der Maßlandschaft wo dann Raumschiffe die ganze Zeit herumfliegen?

00:15:39: Ich hab dann in diesem Prolog wo auch ja allerlei passiert.

00:15:43: Dann immer dann später darauf gewartet, okay und was passiert?

00:15:49: Warum jetzt?

00:15:50: Also was willst du uns sagen?

00:15:52: Was ist die Message?

00:15:54: Warum das jetzt auf dem Mars spielt?

00:15:57: Das blieb er finde ich schuldig weil... Und da kommen wir wieder zurück.

00:16:02: Ich fand dass die Oper dann sehr statisch war und der hat zwar immer wieder mal probiert irgendwie Bezüge zum Produkt zu bringen Die aber finde ich nicht, also für mich hat's nicht funktioniert.

00:16:18: Ich fand es wirkte in der Oper dann oft so dass sie einfach irgendwie totales Rampentheater gemacht haben sehr stark ist und vielleicht hier und da mal irgendwelche choreografische Einwürfe die aber auch finde ich keinen Mehrwert gebracht haben.

00:16:31: und ich finde da wurde im Prolog ein Fass aufgemacht das aber dann nicht weiter bedient wurde.

00:16:41: Also ich hatte dann nach dem ersten Teil irgendwelche Erwartungen, dass da jetzt irgendwas damit gemacht wird und es wurde aber nichts damit gemacht.

00:16:48: Also eigentlich fand ich war's schlussendlich eine sehr konventionelle Produktion die einfach nur auf den Mars war

00:16:55: statt der Paläne.

00:16:56: Ja auch Ideen hatte die man also nehmen wir haben jetzt schon drüber geredet prima Donna und der und die Zerbinetta das sind auch verschiedene Facetten von einer Typel, sagen wir es jetzt mal so.

00:17:11: Und hier kommt noch Tanz dazu.

00:17:14: Das sind dann glaube ich vier Tänzerinnen gewesen die nochmal Ariadnes in den Leben und Teile ihrer Psyche ausspalten sollen.

00:17:23: In den Leben nämlich auch wortwörtlich also diese

00:17:26: komischen

00:17:27: Fleischmeat suits.

00:17:30: Ja das war...

00:17:31: Also in den leben im...

00:17:37: Und das ist schon, finde ich kann auch bisweilen überfordert sein.

00:17:41: Weil wenn wir jetzt hier diese Steilvorlage Theater im Theater haben dann ist es für Menschen wie wir beide die mit diesem Kosmos zu tun haben, die ja auch das Innenleben von Theater kennen, ist das ja wahnsinnig witzig.

00:17:54: also zum Beispiel habe ich war in einem Talk mit Ersan Montag und da sagte er zum Beispiel weil er dann eben Im zweiten Teil, diese toten Viecher in dieser Eislandschaft liegen.

00:18:07: Da wollte ich unbedingt sagen, dass sich die Theatermacherinnen und Macher auf dem Mars ... Die haben sich da schon auch mit den geologischen Verhältnissen auf der Erde auseinandergesetzt.

00:18:22: Ach okay!

00:18:23: Jetzt ist also noch so ein Klima-Message?

00:18:27: Nee, zu viel!

00:18:29: Das ist es halt.

00:18:32: Erstens erschließt sich das schön, wenn er sich das gedacht hat aber das erschließte ich niemanden der dann in der Opa sitzt und denkt oh ja... Ich verstehe genau was er damit sagen will.

00:18:43: Und zweitens.. Was hat es mit dem Stück zu tun?

00:18:46: Also da war ich enttäuscht weil ich mehr erwartet hatte.

00:18:53: also Wie gesagt, im ersten Teil dachte ich mir so, ah okay ja kann man machen.

00:19:00: Mal schauen warum er das macht und das Warum ist für mich nach wie vor offen.

00:19:06: also es ist Gefühl war schlussendlich nur ein Bündnambild das cool aussah aber damit nicht weiter was gemacht wurde.

00:19:16: Es ging so wie eine Idee ok wir lassen alles am Mars spielen klingt erst mal total so wow!

00:19:20: Und modern?

00:19:20: Ja.

00:19:21: Avantgarde pur Aber im Endeffekt war's super konventionell Nur dass es halt am Mars stattfand.

00:19:29: Und dadurch war für mich die Enttäuschung, ehrlich gesagt nur viel größer weil wenn das so ... Die neue Schule vom Brigitteater ist dann entwickeln wir uns rückwärts.

00:19:48: Da gibt's aber auch Stimmen der Musik von... Werfen.

00:19:52: Also man merkt da ja schon, die Ariatne ist ja schon ein Bruch.

00:19:57: auch so in dem wie Strauß gearbeitet hat und ich habe einen sehr geschätzten Kollegen mit dem hab ich irgendwie zufällig in der Pause dann telefoniert auf jeden Fall dass er sagt ach du bist gerade in Ariatn ne Ja da steige ich aus.

00:20:10: das habe ich Strauß nie verziehen.

00:20:12: dass er da diesen konventionell Ich muss sagen, ich konnte ihn auch verstehen.

00:20:18: Weil gerade in dieser Inszenierung Manfred Honeck dirigiert, der macht es schon sehr breit und so was man immer so als wienerisch mit ihr könnt's nicht sehen.

00:20:29: Ich mach grad Anführungszeichen ausdrückt ja.

00:20:33: Ja aber das ist ja durchaus gewollt weil eben Ariadne diese klassische Opernwelt irgendwie darstellt.

00:20:43: Es war auch ganz klar von Mozart irgendwie inspiriert, das ist ja ein Kammerorchester, der sehr feine Klänge hat.

00:20:50: und andererseits hast du heute diese durchaus modernen durch eigentlich um Musik inspirierten Teile von Zebinetta und das beißt sich natürlich total!

00:20:59: Und eigentlich im Laufe der Oper wird es ja immer, immer mehr auf die Spitze getrieben.

00:21:05: Weil am Anfang hast du halt nur die große Szene von Ariadne, dann also die große Szenen von Zerbinetta und aber im Laufe des Abends fließt es mehr und mehr ineinander und das finde ich eigentlich auch das Spannende, dass sich diese verschiedenen musikalischen Welten dann schlussendlich irgendwie zu einem verbinden.

00:21:24: Und ganz im Schluss im Finale hast du einerseits dieses totale irre Liebes-Duet von Bachos und Ariadna Zerbinetta sticht heute in die Mann und gibt halt immer wieder ihre Einungwürfe da.

00:21:38: Und wenn du da einzelne Teile davon hörst, auch diese Tänze dann mit den vier Herren da, das ist... Du fragst dich teilweise, hey wo bin ich denn jetzt gelandet?

00:21:46: Das ist gewollt glaube ich dieser irre Kontrast.

00:21:52: Kontrast ist jetzt auch ein gutes Stichwort weil wie immer die Frage Was verträgt es und was verträgts auch nicht?

00:22:01: Also, ich hab jetzt glaube ich noch nie so ein wirkliches Mittelding in der Inszenierung gesehen.

00:22:06: Es war immer sehr modern.

00:22:07: oder dann wirklich diese alten Samt schinken, wo's wirklich um den reichsten Mann von Wien geht, wo wir im Salon sind... Ich sag

00:22:16: nur Matt!

00:22:17: ...und Samt

00:22:19: Schenken, wo das wirklich um die

00:22:22: reichste Mann vom Wien gehen wird.

00:22:24: Wobei ich die Produktion mache.

00:22:26: Die Produktion ist mir relativ wurscht, aber es gibt diese alte Aufnahme mit Jesse Norman als Ariadne.

00:22:31: Und das ist einfach die Aufnahme schlechthin.

00:22:37: und die lassen das halt wirklich, wie du sagen, samt- und Puderperücken spielen was natürlich irgendwie schön toll aussieht, aber in der heutigen Zeit nimmt es dem Stück so ein bisschen den Biss, den das Stück aber hat.

00:22:56: Weil wenn du das halt wirklich nur als Historiendrama hinstellst, okay da ist ein alten Wiener Parlewirt eine Opa aufgeführt und dann passiert halt irgendwie so was.

00:23:05: Ist schön und gut aber es finde ich ein bisschen mau.

00:23:12: Gut jetzt war der Maas auch Tumatsch?

00:23:14: Wo tun wir's denn hin?

00:23:16: Ja ich fick gerade Tumatch!

00:23:17: Ich war halt enttäuscht weil eben nichts passiert ist.

00:23:19: Es war einfach nur langweilig... In

00:23:21: der Masse ist ein langweiliger, glaub ich.

00:23:23: Ja offenbar!

00:23:25: Da soll von mir aus Elon Musk selbst drauflegen... Ich will da nicht rauf.

00:23:30: Wenn er mal so ist bleib' ich lieber hier.

00:23:34: Ja es war einfach ... War kein großer Wurf und er wurde ja dann auch abgestraubt mit einer Wand von Boos und Auspfiffen.

00:23:45: Also hatte ich auch selten erlebt, glaube ich, so extrem.

00:23:51: Aber das scheint ihn nicht zu stören.

00:23:53: Nö, nö.

00:23:55: Manche sehen das ja auch als großes Lob an, wenn man da eine

00:23:58: schöne Publikumsbestimmung

00:24:00: in Klaus Peimann ist und was.

00:24:04: Aber weil du die Jessie Norman angesprochen hast, ist es eine Referenzaufnahme, an der man sich heute messen muss?

00:24:10: Als prima Donnerariat, ne?

00:24:12: Also ich glaube ... Man kann sich nicht daran messen, dass das unmöglich ist.

00:24:16: Ich glaub wirklich, Jessie Norman hätte sie damals gelebter Straußener am Leben war.

00:24:23: Ich glaube, das ist Ariadne, wie er sich vorgestellt hat.

00:24:27: Das ist unmöglich, das irgendwie zu toppen.

00:24:32: Also ich kann es mir nicht vorstellen!

00:24:35: Das ist musikalisch und in dem wie sie spielt unerreicht.

00:24:43: Wobei ich sagen muss... Ja.

00:24:45: Ich hatte vor einigen Jahren noch, bevor sie total explodiert ist... Also die Karriere total explotiert ist, Lise Davidson in Wien damit gehört und die kam sehr nah daran damals.

00:24:56: Das war auch sehr gut.

00:25:01: Aber Jensy Norman ist für dich einfach die Referenzaufnahme glaube ich.

00:25:06: Was fehlt ihr denn bei modernen Sängerinnen?

00:25:11: Glaubt ihr verfallen ganz oft in dieses wo sie sich dann wirklich als prima Donner sehen und das dann auch dementsprechend so spielen.

00:25:21: Und dann ist halt, man passiert halt sowas, wo du halt nur noch irgendwie da stehst und die eine Hand und die andere Hand hebst.

00:25:31: Das wird der Rolle nicht gerecht, weil es ist schon nochmal vielschichtiger.

00:25:34: Die ist einfach nicht nur depressiv sondern da ist schon einfach mehr dahinter.

00:25:39: diese Schattierungen vom Schatten zu finden und zu spielen, finde ich eigentlich gerade interessant.

00:25:44: Und das passiert leider für dich sehr oft nicht!

00:25:49: Du musst auch musikalisch, so wie es geschrieben ist... Das muss eine totale Getragenheit haben.

00:25:56: Auch musikalische muss das als schwer sein.

00:26:00: Die ist depressiv, da ist alles schwer schwer und getragen sein, weil dann eben Serbinetta dir genau das absolute Gegenteil auch musikalisch das absolute gegenteil ist.

00:26:14: Okay ich verschwitte was du meinst.

00:26:15: Du sprichst jetzt glaube ich gerade die Fallhöhe an, die dir so wichtig ist zwischen den beiden?

00:26:20: Ich finde zu schwer macht es dann aber auch so behäbig, weil eben gerade dieser ariatene Teil ja auch von der Musik her behäbigt...

00:26:29: Naja aber das entwickelt sich ja dann!

00:26:30: Also eben am Anfang finde ich muss das das absolute die tiefste Depression sein, weil sie das auch ist.

00:26:39: Und dann eben durch glaube ich diesen Einfluss von Serbinetta wird es ja gegen Ende für dich immer leichter.

00:26:45: Du merkst halt in diesem Duett ist sie dann einfach total befreit und viel lockerer.

00:26:51: Diese Entwicklung glaube ich ist ganz spannend.

00:26:54: Eben ob gewollt oder ungewollt, weil Sie ignorierte die Serbinette am Anfang.

00:26:59: total kommt glaube ich von der Seite einfach.

00:27:03: Das ist ja eben an das wo ich sage Das ist diese Verbindung, die immer intensiver wird und die dann schlussendlich zu diesem Ende führt.

00:27:10: Wo sagt ihr hey es ist doch alles gut?

00:27:13: Es ist alles schön!

00:27:15: Jetzt gab's ja bei dieser Produktion eine wirklich interessante Begleitgeschichte wo mich jetzt deine Meinung auch interessiert.

00:27:22: wir reden gerade über diese Schwere von dieser Rolle diese Größe die man mitbringen muss und diese Tiefe.

00:27:29: so.

00:27:29: jetzt haben natürlich auf diese Produktion vor allem ganz viele geschaut denn Elina Garancia hätte ihr Rollendebüe gegeben.

00:27:38: Und dann hat sie was Interessantes gemacht, sie hat abgesagt aber nicht wie es immer so ist aus gesundheitlichen Gründen sondern sie hat mal und das finde ich sehr ehrlich, dass sie das gesagt hat Sie meinte, sie würde das nicht machen wollen weil sie keinen Zugang zu der Rolle findet.

00:27:54: Also sie findet es nicht und damit hat sich ja eigentlich genau das verhindert was du gerade allen modernen Vorwürfs sag ich jetzt mal ganz plakativ nämlich da nicht auszufüllen

00:28:07: Wobei ich da mal infrage stellen würde wie viel sie vielleicht von der Produktion schon wusste.

00:28:17: also keine Ahnung weiß ich nicht aber Ich weiß ja, das war vor ein paar Monaten.

00:28:23: Doch schon länger habe ich auch nicht so lange her und ich finde es sehr schade weil ich hätte mir das zumindest musikalisch sehr gut vorstellen können, weil Ariadne eine Zwischenpartie ist.

00:28:39: Und ich fand in dem wie sie dieses Announcement geschrieben hat dachte ich mir wirklich im ersten Moment was weißt du?

00:28:48: Was wir noch nicht wissen!

00:28:51: Also, ich bin mir gar nicht sicher.

00:28:53: Sollten sie in den nächsten Jahren doch noch mal irgendwo Ariane singen?

00:28:55: Dann müssen wir... Es lag eigentlich nicht an der Rolle.

00:28:58: Dann

00:28:59: können wir reingehen, weil dann wäre das die Ruhm nicht so fähig ist!

00:29:04: Also, wie will ich ihr jetzt nicht unterstellen aber das war... Daran hätte ich im ersten Moment tatsächlich gedacht.

00:29:13: Ist es die Rolle oder ist es die Produktion?

00:29:16: Aber nichtsdestotrotz... Cooler Bof vielleicht war ja auch wirklich was dran oder durch diese Inszenierung konnte sie nicht dazu finden.

00:29:24: Fand ich mal sehr erfrischend so eine Absage zu hören, die für mich sehr ehrlich war.

00:29:29: Manche haben ihr da auch was, haben ihr Feigheit oder so vorgeworfen finde ich das doch

00:29:33: richtig richtig und es war in einem zeitlichen Rahmen wo wo die Festspiel auch reagieren konnten und ich find dass Sie mit Christina Nielsen wirklich einen guten Ersatz gefunden haben.

00:29:42: Die hat das toll gemacht spielerisch.

00:29:45: Ich weiß es hätte man wahrscheinlich auch Genere mit der von Regie-Seite einfach mehr Trassen machen können, das will ich ihr gar nicht zulasten.

00:29:53: Aber die hat es toll gemacht war glaube ich auch ein guter Erfolg für sie.

00:29:57: Ja würde ich auch sagen Gut Sie hatte es davor schon ein paar mal gemacht.

00:30:00: Es war jetzt kein Rollendebüe aber ein Salzburgdebü und Ich finde ein gutes.

00:30:04: Man darf gespannt sein weil sie ja glaube ich nächstes Jahr bei den Osterfest spielen sie Glinde singt Aber dazu werden wir uns auch sicher noch mal melden.

00:30:14: Oh ja, da haben wir noch viel Marker vor uns.

00:30:16: Nein jetzt bleiben wir erst einmal in Salzburg und wir haben es schon angeteasert wahrscheinlich auch in der nächsten Folge.

00:30:21: aber wir müssen jetzt noch einen Urteil fällen was heute wieder super überraschend ausfällt aber finde ich auch absolut gerechtfertigt.

00:30:27: Arianna auf Naxus gehört ins repertoire oder?

00:30:30: Nur nicht auf den Mars!

00:30:33: Ins Repertoire aber nicht auf dem Mars.

00:30:36: Lasst euch wie immer was Gutes einfallen, wenn ihr es inszeniert.

00:30:39: Aber es ist auch, glaube ich, wenn man zurück auf Strauß guckt und Strauß Musik... Wir haben neulich über die Frau in den Schatten gesprochen.

00:30:48: Das ist nicht das, was man sich als erstes geben sollte.

00:30:51: Aber eine gut gemachte Ariadne?

00:30:53: Warum nicht?

00:30:53: Also gerade musikalisch

00:30:55: hebstig... Definitiv!

00:30:55: Ist ja kein langes Werk.

00:30:56: Es hebt mich irgendwie, dass das musikalische sehr unterhaltsam.

00:31:01: Ein lustiges Stück.

00:31:02: Für dich ist es ein guter Einsteiger um die Straußwelt.

00:31:08: Eigentlich ein total inklusives Straußwerk, denn das ist für Einsteigern, die vielleicht erst mal nur zuhören wollen interessant und für uns Freaks – wir können uns dann mit den Metaebenen vom Stück im Stück

00:31:19: geschnitten.

00:31:19: Genau!

00:31:20: Sehr schön.

00:31:21: Das ist Oper für alle.

00:31:23: Die Opernerds

00:31:26: Ja, und nächstes Mal gehen wir dann eben nochmal nach Salzburg und schauen uns einen Werk.

00:31:31: Also ich habe es schon gesehen du wirst es noch sehen.

00:31:34: Wir schauen uns ein Werk an das wirklich ganz viel gespielt wird und dementsprechend auch ganz

00:31:39: ganz anders

00:31:41: ist.

00:31:42: Und nicht von Strauß!

00:31:45: Nicht von Straß?

00:31:46: Ausnahmesweise mein ich...

00:31:48: In diese schöne Grüße nach Bayreuth und alle die noch in Salzburg sind, schreibt uns doch mal.

00:31:53: Habt ihr die Ariadne gesehen oder irgendwas anderes was ihr gerne besprochen hättet?

00:31:57: Dieser Sommer bietet ganz schön viel!

00:31:59: Und für uns eben noch ein

00:32:00: zweites Werk bis zum nächsten Mal.

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